Kurz gesagt: An der öffentlichen Ladesäule lädst du mit Ladekarte oder App eines Ladetarifs oder ad hoc ohne Vertrag. Ad hoc zahlst du je nach Säule mit Debit- oder Kreditkarte, kontaktlos oder online per QR-Code, so will es die EU-Verordnung AFIR. Billiger als zu Hause ist das selten: Unterwegs kommst du laut ADAC kaum unter rund 50 Cent je kWh weg, Haushaltsstrom kostet laut BDEW im Schnitt 37,0 Cent.
Hier liest du, wie du Säulen findest, was AC und DC für dein Auto heißen, wie du bezahlst und was die Blockiergebühr ist. Dazu kommen drei Rechenbeispiele mit Autos aus unserem Katalog.
Ladesäule finden: die Karte der Bundesnetzagentur
Wer eine öffentliche Ladesäule betreibt, muss sie spätestens zwei Wochen nach der Inbetriebnahme bei der Bundesnetzagentur anzeigen (§ 4 LSV). Zum 1. September 2026 zählte die Behörde 157.762 Normalladepunkte bis 22 kW und 56.572 Schnellladepunkte mit mehr als 22 kW, zusammen 214.334.
Die Ladesäulenkarte der Behörde zeigt diese Ladepunkte mit Betreiber, Adresse und Technik. Du kannst im Umkreis suchen und nach Steckertyp filtern. Zwei Grenzen hat sie: Sie zeigt nur Ladepunkte mit abgeschlossener Meldung, in Wirklichkeit gibt es also mehr. Und sie zeigt nicht, ob eine Säule gerade frei ist oder funktioniert.
AC oder DC: was dein Auto an der Säule kann
An Normalladesäulen fließt Wechselstrom (AC) mit bis zu 22 kW, das Typ-2-Kabel bringst du selbst mit. Wie schnell es geht, entscheidet das Ladegerät im Auto. In unserem Katalog kennen wir die AC-Leistung von 167 E-Auto-Ausführungen: 151 laden mit 11 kW, nur 4 mit 22 kW. Welches Kabel passt, steht im Ratgeber Ladekabel fürs E-Auto.
An Schnellladesäulen fließt Gleichstrom (DC). Das Kabel ist dort fest angeschlossen, so schreibt es die AFIR seit dem 14. April 2025 vor (Art. 5 Abs. 10). Auch hier setzt das Auto die Grenze. Für 192 Ausführungen in unserem Katalog nennen die Hersteller eine DC-Ladeleistung. Sie reicht von 45 bis 525 kW, die Hälfte schafft 165 kW oder mehr.
Bezahlen: Ladekarte, App oder ad hoc
Der Betreiber ist für die Ladesäule zuständig. Der Mobilitätsdienstleister verkauft dir das Laden über Ladekarte oder App, mit eigenem Tarif. Das kann dieselbe Firma sein, muss es aber nicht.
Über Roaming öffnet dir dein Anbieter auch die Säulen anderer Betreiber, im Inland wie im Ausland. Die Rechnung kommt dann von ihm. Laut ACE ist Roaming meist deutlich teurer als das eigene Netz des Anbieters. Dort kostet die kWh mit monatlicher Grundgebühr 0,39 bis 0,55 Euro, ohne Grundgebühr oft 0,50 bis 0,75 Euro.
Ad hoc heißt: Du lädst ohne Registrierung, ohne schriftlichen Vertrag und ohne Kundenkonto (Art. 2 Nr. 47 AFIR). Jeder öffentliche Ladepunkt muss das anbieten, wenn das Laden dort etwas kostet (Art. 5 Abs. 1 AFIR).
Was die AFIR beim Bezahlen vorschreibt
Die AFIR, die EU-Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe, gilt seit dem 13. April 2024 direkt. Jeder Ladepunkt, der seitdem neu entsteht, braucht ein Lesegerät für Debit- und Kreditkarten oder ein kontaktloses Lesegerät. Unter 50 kW reicht stattdessen eine sichere Online-Zahlung, etwa über einen QR-Code.
Ab dem 1. Januar 2027 gilt die Kartenpflicht auch für ältere Ladepunkte ab 50 kW, die vor dem 13. April 2024 aufgebaut wurden. Das betrifft Säulen entlang des TEN-V-Straßennetzes und auf sicheren und gesicherten Parkflächen. Bis dahin gibt es laut ADAC noch Schnelllader, an denen du nur per QR-Code, Kundenkarte oder App zahlst.
Nur Bargeld genügt nach Auffassung der EU-Kommission nicht. Kontaktlose Lesegeräte können laut Kommission auch Karten im Smartphone lesen. In Deutschland überwacht die Bundesnetzagentur die Regeln. Sie kann eine Nachrüstung verlangen und den Betrieb eines Ladepunkts untersagen (§ 5 LSV).
Plug & Charge: Das Auto meldet sich selbst an
Manche Autos melden sich beim Einstecken selbst an der Säule an. Die AFIR nennt das automatische Authentifizierung (Art. 2 Nr. 8). In unserem Katalog nennen die Hersteller Plug & Charge bei 18 Modellen, Hyundai etwa mit dem Hinweis, dass die Säule es unterstützen muss. Bietet ein Betreiber das an, musst du trotzdem darauf verzichten und anders laden können (Art. 5 Abs. 2 AFIR).
Preisangabe: Was an der Säule stehen muss
Den Preis musst du kennen, bevor du lädst. Wer Laden ohne Vertrag anbietet, muss den Arbeitspreis je Kilowattstunde am Ladepunkt oder direkt daneben angeben (§ 14 Abs. 2 und 4 PAngV). Das geht per Aufkleber, Display oder kostenlose Webseite ohne Anmeldung, auf die an der Säule hingewiesen wird. Preise je Minute oder je Ladevorgang gehören vollständig dazu (§ 14 Abs. 3 PAngV).
An Ladepunkten ab 50 kW muss der Ad-hoc-Preis laut AFIR auf dem Preis je kWh beruhen und vor dem Start an der Station stehen (Art. 5 Abs. 4). Alle Preise müssen angemessen, einfach vergleichbar, transparent und nichtdiskriminierend sein (Art. 5 Abs. 3).
Auch dein Ladetarif muss dir die Preise vor dem Laden elektronisch nennen, etwa in der App. Für Roaming in einem anderen EU-Land darf er keinen Aufschlag nur wegen der Grenze verlangen (Art. 5 Abs. 5 AFIR). Abgerechnet werden darf nur, was ein Messgerät bestimmungsgemäß ermittelt hat, und die Rechnung muss sich einfach nachprüfen lassen (§ 33 MessEG).
Was Laden an der Ladesäule kostet
Einen einheitlichen Preis gibt es nicht. Betreiber und Tarifanbieter legen ihn selbst fest und ändern ihn. Diese Spannen helfen bei der Einordnung:
| Wo und wie du lädst | Preis je kWh | Quelle, Stand |
|---|---|---|
| Zu Hause, Haushaltsstrom im Schnitt | 37,0 Cent | BDEW, August 2026 |
| Öffentliche AC-Säule | häufig 40 bis 60 Cent | ACE, Oktober 2026 |
| Öffentlicher Schnelllader (DC) | meist 50 bis 80 Cent | ACE, Oktober 2026 |
| Schnelllader an der Autobahn, ad hoc | 64 bis 87 Cent | ADAC-Stichprobe, Juli 2025 |
Unter rund 50 Cent je kWh lädst du unterwegs laut ADAC selten. In seiner Stichprobe an der Autobahn war Ad-hoc-Laden beim selben Anbieter bis zu 62 Prozent teurer als ein Tarif ohne Grundgebühr. Im deutlichsten Fall waren es 84 statt 52 Cent, bei einigen Anbietern gab es keinen Unterschied.
Was dich das Laden zu deinem Preis kostet, rechnest du im Ladekosten-Rechner aus. Wählst du dort dein Modell, ist der Verbrauch nach WLTP schon eingetragen.
Blockiergebühr: wenn das Auto zu lange steht
Eine Ladesäule soll laden, nicht als Parkplatz dienen. Manche Betreiber verlangen deshalb nach einer gewissen Standzeit einen Aufschlag je Minute, die Blockiergebühr. An Ladepunkten ab 50 kW erlaubt die AFIR das ausdrücklich, um lange Belegung zu verhindern (Art. 5 Abs. 4). Gilt der Aufschlag schon ab der ersten Minute, hält die EU-Kommission ihn auf den ersten Blick für unverhältnismäßig.
Ab wann die Gebühr greift und wie hoch sie ist, legt der Betreiber fest. Laut ACE beginnt sie an Schnellladern oft nach 45 oder 60 Minuten, an Normalladesäulen nach drei oder vier Stunden. Sie kann bis zu 1 Euro je Minute betragen, eine halbe Stunde zu lang kostet dann bis zu 30 Euro.
Zu Hause oder unterwegs laden?
Wer zu Hause laden kann, zahlt meist weniger, das zeigt die Tabelle oben. Wie du zu Hause sicher lädst und was eine Ladestation kostet, steht im Ratgeber Wallbox. Ohne eigenen Stellplatz bleibt oft nur die öffentliche Säule, etwa in der Nachbarschaft, beim Arbeitgeber oder am Supermarkt. Die Beispiele unten rechnen mit dem WLTP-Verbrauch. Bei Kälte und Autobahntempo brauchst du meist mehr. Kennst du deinen Wert aus dem Bordcomputer, nimm ihn.
Drei Fälle aus der Praxis
Pendler ohne eigenen Stellplatz
Urlaubsfahrt über 600 km
Gelegenheitsfahrer, der nur ad hoc zahlt
Häufige Fragen
Brauche ich eine Ladekarte für mein E-Auto?
Nein. An jeder kostenpflichtigen öffentlichen Ladesäule musst du auch ohne Vertrag laden können. Eine Ladekarte oder App kann aber günstiger sein und hilft an älteren Säulen ohne Kartenterminal.
Kann ich an jeder Ladesäule mit Kreditkarte zahlen?
Noch nicht. Neue Ladepunkte ab 50 kW müssen seit dem 13. April 2024 Karten lesen, kleinere dürfen online abrechnen, etwa per QR-Code. Ältere Schnelllader ab 50 kW an TEN-V-Straßen müssen bis zum 1. Januar 2027 nachrüsten.
Was kostet eine kWh an der Ladesäule?
Das hängt von Säule und Tarif ab. Laut ACE liegen AC-Säulen häufig bei 40 bis 60 Cent, Schnelllader meist bei 50 bis 80 Cent (Stand Oktober 2026).
Was ist eine Blockiergebühr?
Ein Aufschlag je Minute, wenn dein Auto nach einer bestimmten Zeit noch an der Säule steht. Laut ACE beginnt sie am Schnelllader oft nach 45 oder 60 Minuten, an AC-Säulen nach drei oder vier Stunden.
Kostet Laden im EU-Ausland mit meiner Ladekarte extra?
Einen Aufschlag nur dafür, dass du jenseits der Grenze lädst, darf dein Anbieter nicht verlangen (Art. 5 Abs. 5 AFIR). Die Preise dort können trotzdem anders sein, dein Tarif muss sie dir vor dem Laden nennen.
Fazit: ohne Vertrag geht es, ein Tarif spart oft
Laden ohne Vertrag muss an jeder kostenpflichtigen öffentlichen Säule möglich sein, ab 2027 auch an älteren Schnellladern an TEN-V-Straßen mit Karte. Wer selten unterwegs lädt, kommt ad hoc zurecht, wer oft lädt, fährt mit einem passenden Tarif meist günstiger. Schau vor dem Einstecken auf den kWh-Preis und die Blockiergebühr.
Wie schnell jedes Modell mit AC und DC lädt, steht in der Übersicht E-Autos und im Datenblatt jedes Modells. Bis zu vier Modelle stellst du im Vergleich nebeneinander.
Quellen
- stromspur.de, eigene Auswertung der Herstellerangaben zu 83 E-Auto-Modellen mit 241 Ausführungen (Verbrauch nach WLTP, AC- und DC-Ladeleistung, Plug & Charge), Stand der Fahrzeugdaten 23. bis 25.10.2026; die einzelnen Herstellerquellen stehen auf den Modellseiten
- Verordnung (EU) 2023/1804 vom 13. September 2023 über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR), Art. 2, 5 und 26: eur-lex.europa.eu, abgerufen am 26.10.2026
- Europäische Kommission, Generaldirektion Mobilität und Verkehr, Fragen und Antworten zur AFIR (17.04.2024): alternative-fuels-observatory.ec.europa.eu, abgerufen am 26.10.2026
- Ladesäulenverordnung (LSV) vom 23.12.2025, BGBl. 2025 I Nr. 367, §§ 4, 5: gesetze-im-internet.de, abgerufen am 26.10.2026
- Preisangabenverordnung (PAngV), § 14: gesetze-im-internet.de, abgerufen am 26.10.2026
- Mess- und Eichgesetz (MessEG), § 33: gesetze-im-internet.de, abgerufen am 26.10.2026
- Bundesnetzagentur, Elektromobilität: Öffentliche Ladeinfrastruktur (Zahlen zum 01.09.2026) und Ladesäulenkarte: bundesnetzagentur.de, abgerufen am 26.10.2026
- ADAC, „Ladetarife für Elektroautos 2026: Anbieter und Kosten im Vergleich“ (06.07.2026): adac.de, abgerufen am 26.10.2026
- ADAC, „Ad-hoc-Preise an der Autobahn: Wer ohne Ladekarte lädt, zahlt drauf“ (23.07.2025, Daten aus Mai und Juli 2025): adac.de, abgerufen am 26.10.2026
- ACE Auto Club Europa, „Ladepreise für Elektroautos: Kosten in Deutschland und Europa im Vergleich“ (20.10.2026): ace.de, abgerufen am 26.10.2026
- BDEW, Strompreisanalyse August 2026, S. 2 (Durchschnittspreis Haushalte 37,0 ct/kWh bei 3.500 kWh im Jahr): bdew.de, abgerufen am 25.10.2026
