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Ladekabel fürs E-Auto: Typ 2, Mode 3 und 11 oder 22 kW

Illustration: E-Auto mit Ladekabel an einer Wallbox in der Garage

Kurz gesagt: Für die Wallbox und öffentliche Wechselstrom-Säulen brauchst du ein Mode-3-Ladekabel mit Typ-2-Steckern. An der Haushaltssteckdose geht es nur mit einem Mode-2-Kabel, und auch dann nur als Notlösung mit rund 2,3 kW. Wie schnell dein Auto an Wechselstrom lädt, bestimmt das Ladegerät im Auto, bei 151 von 167 Ausführungen in unserer Datenbank sind es 11 kW.

Hier liest du, welche Stecker und Kabel es gibt, welches Kabel zu deinem Auto passt, ob sich 22 kW lohnen und worauf du an der Steckdose achten musst. Dazu kommen die Ladeleistungen aus unserer Datenbank, auch die Aufpreise für schnellere Ladegeräte.

Stecker und Kabel: die Übersicht

Stecker / Kabel Wofür Leistung
Typ 2, Mode-3-Kabel Wallbox und öffentliche AC-Säule bis 22 kW
CCS (Combo 2) Schnellladesäule mit Gleichstrom, Kabel laut ADAC immer fest an der Säule laut ADAC 50 bis 350 kW
Schuko, Mode-2-Kabel Haushaltssteckdose, mit Steuerbox im Kabel als Notlösung rund 2,3 kW
CHAdeMO älterer japanischer Standard laut ADAC ein Auslaufmodell

Typ 2 ist laut ADAC seit 2013 der Standard in der EU. Am Auto sitzt in Europa ein CCS-Anschluss, dessen oberer Teil die Typ-2-Buchse fürs Wechselstromladen ist. Alle 35 Modelle, für die wir den Anschluss erfasst haben, haben einen CCS-Anschluss.

Mode 3 und Mode 2 bezeichnen die Art des Kabels. Ein Mode-3-Kabel verbindet Auto und Wallbox oder Säule direkt. Ein Mode-2-Kabel hat eine Steuerbox zwischen den Steckern und einen Stecker für die Haushalts- oder Campingsteckdose.

Für öffentliche Wechselstrom-Säulen brauchst du laut ADAC ebenfalls ein Ladekabel mit Typ-2-Stecker. Deshalb gehört ein Mode-3-Kabel ins Auto, auch wenn deine Wallbox zu Hause ein festes Kabel hat. Wie du an der Säule bezahlst, steht im Ratgeber Ladekarte fürs E-Auto.

Welches Kabel zu deinem Auto passt

Typ-2-Kabel gibt es ein- oder dreiphasig und für 16, 20 oder 32 Ampere. Die mögliche Leistung ergibt sich aus Phasen mal 230 Volt mal Stromstärke:

Ladeleistung Phasen und Stromstärke
3,7 kW einphasig, 16 A
7,4 kW einphasig, 32 A
11 kW dreiphasig, 16 A
22 kW dreiphasig, 32 A

Der ADAC empfiehlt ein dreiphasiges Kabel, auch wenn dein Auto nur einphasig lädt. Je höher die Stromstärke, desto dicker, schwerer und teurer wird das Kabel. Als Länge rät der ADAC zu 7 bis 8 Metern, je nachdem, wo die Wallbox hängt und wo die Ladeklappe sitzt.

Beispiel: Dein Auto lädt mit 11 kW. Ein dreiphasiges 16-A-Kabel genügt. Planst du ein Auto mit 22 kW oder lädst du oft an 22-kW-Säulen mit einem solchen Auto, nimm gleich 32 A.

11 oder 22 kW: was dein Auto kann

Ob eine Säule 11 oder 22 kW liefert, ist zweitrangig. Entscheidend ist das Ladegerät im Auto. In unserer Datenbank kennen wir die AC-Ladeleistung von 167 Ausführungen:

  • 151 laden mit 11 kW, die drei Ausführungen des Kia EV6 mit 10,5 kW.
  • Nur 4 laden serienmäßig mit 22 kW: BMW i5 M60 (Limousine und Touring), BMW iX M70 und Toyota C-HR+ mit 77 kWh und Allrad.
  • 9 laden einphasig mit 3,7 bis 7,4 kW.

Bei 17 Modellen nennen die Hersteller 22 kW als Sonderausstattung oder in einer höheren Linie. Beispiele mit Preis: BMW iX3 740 Euro, BMW iX1 und iX2 je 900 Euro, Audi Q6 e-tron und A6 e-tron je 900 Euro für ein zweites Ladegerät, Renault Scenic 1.000 Euro, BMW i5 1.200 Euro. Bei Kia ist 22 kW für EV2, EV3, EV4 und EV5 optional, teils nur im Paket.

Lohnt sich das? Zu Hause meist nicht. Der ADAC hält eine 11-kW-Wallbox für ausreichend, um auch große Akkus über Nacht zu laden.

Eine Wallbox mit mehr als 12 kVA, also auch jede 22-kW-Wallbox, braucht vorher die Zustimmung des Netzbetreibers (§ 19 Abs. 2 NAV).

Beispiel: Ein Akku mit 77 kWh ist mit 11 kW rechnerisch in rund sieben Stunden voll, mit Ladeverlusten etwas später. Mit 22 kW wären es rund dreieinhalb Stunden. Interessant ist 22 kW vor allem, wenn du oft unterwegs an öffentlichen AC-Säulen lädst und das Auto dort nur kurz steht.

Vorsicht bei einphasigen Ladegeräten

Sechs Modelle in unserer Datenbank laden serienmäßig nur einphasig: Citroën ë-C3, Opel Corsa Electric (Edition bis Ultimate), Peugeot E-208 und E-2008 mit je 7,4 kW, Leapmotor T03 mit 6,6 kW und Dacia Spring mit 3,7 kW.

Die 7,4 kW erreichst du zu Hause kaum. Beim einphasigen Laden sind laut ADAC höchstens 20 A möglich, also 4,6 kW. An einer 11-kW-Wallbox, die je Phase 16 A liefert, kommen einphasig rechnerisch nur 3,7 kW an.

Für die meisten dieser Modelle gibt es ein dreiphasiges 11-kW-Ladegerät gegen Aufpreis: beim ë-C3 für 400 Euro, bei Peugeot für 500 Euro, beim Corsa für 700 Euro, beim Dacia Spring ebenfalls gegen Aufpreis. Lädst du hauptsächlich zu Hause an der Wallbox, kann sich diese Option lohnen.

Laden an der Haushaltssteckdose

Laden an der Schuko-Steckdose ist laut ADAC eine Notlösung. Die Steckdose verträgt die vollen 16 A nur für begrenzte Zeit, bei stundenlangem Laden kann sie sich stark erwärmen. Der ADAC rät deshalb, den Ladestrom auf 10 A oder weniger zu begrenzen, das sind rund 2,3 kW.

Das Mode-2-Kabel sollte mindestens einen Temperatursensor haben, der bei Überhitzung abschaltet. Besser abgesichert und für Dauerstrom ausgelegt sind laut ADAC die rote Starkstrom-Steckdose (CEE) oder die blaue Campingsteckdose, dafür gibt es passende Adapter.

Beispiel: Mit 2,3 kW dauert es rechnerisch rund 33 Stunden, bis ein 77-kWh-Akku voll ist. Dazu kommen höhere Ladeverluste: An der Wallbox sind sie laut ADAC nur halb so groß wie an der Schuko-Steckdose.

Wallbox: anmelden und Netzentgelt sparen

Jede Wallbox musst du dem Netzbetreiber vor der Inbetriebnahme melden (§ 19 Abs. 2 NAV), den Einbau übernimmt ein Elektrofachbetrieb.

Private Ladepunkte gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtungen (§ 14a Abs. 3 EnWG). Dafür sieht das Gesetz vor, dass der Netzbetreiber sie bei Bedarf drosseln darf und du im Gegenzug ein ermäßigtes Netzentgelt bekommst (§ 14a Abs. 1 EnWG). Die Einzelheiten legt die Bundesnetzagentur fest.

Was ein gutes Kabel kostet

Der Touring Club Schweiz hat acht Typ-2-Kabel getestet, der ADAC hat die Ergebnisse 2025 veröffentlicht. Sechs Kabel waren „sehr empfehlenswert“, Testsieger wurde das Kabel von Keba für 160 Euro. Die empfehlenswerten Kabel kosteten 143 bis 246 Euro, beim Wirkungsgrad lagen alle weniger als 1 Prozent auseinander.

Spiralkabel wurden im Test am wärmsten, mit 34 und 37 °C. Das ist laut ADAC spürbar, aber kein Sicherheitsrisiko. Ein farbiges Kabel fällt außerdem eher auf und wird seltener zur Stolperfalle.

Häufige Fragen

Passt ein Typ-2-Kabel an jedes E-Auto?

An die E-Autos, die in Europa verkauft werden, in aller Regel ja. Alle Modelle, für die wir den Ladeanschluss erfasst haben, haben einen CCS-Anschluss mit Typ-2-Teil.

Brauche ich ein eigenes Kabel, wenn ich eine Wallbox habe?

Hat deine Wallbox ein fest angeschlagenes Kabel, nicht für zu Hause. Für öffentliche AC-Säulen brauchst du laut ADAC aber ein eigenes Typ-2-Kabel.

Kann ich mit einem 22-kW-Kabel ein 11-kW-Auto laden?

Ja, das Auto nimmt dann seine 11 kW. Ein 32-A-Kabel ist nur dicker, schwerer und teurer als eines mit 16 A.

Wie lange dauert das Laden an der Steckdose?

Mit den vom ADAC empfohlenen 10 A kommen rund 2,3 kW an. Für 100 km bei einem Verbrauch von 18 kWh sind das ohne Ladeverluste knapp acht Stunden.

Fazit: ein dreiphasiges Typ-2-Kabel für fast alles

Mit einem dreiphasigen Mode-3-Kabel mit Typ-2-Steckern lädst du an jeder Wallbox und jeder öffentlichen AC-Säule. Das Mode-2-Kabel für die Steckdose ist für den Notfall. Ob 11 oder 22 kW, entscheidet das Ladegerät im Auto, und bei einphasigen Kleinwagen lohnt der Blick auf die 11-kW-Option.

Die AC- und DC-Ladeleistung jeder Ausführung steht in unserer Übersicht E-Autos und im Datenblatt jedes Modells. Bis zu vier Modelle stellst du im Vergleich nebeneinander.

Quellen

  1. stromspur.de, eigene Auswertung der Herstellerangaben (Preislisten, technische Daten) zu 83 E-Auto-Modellen, Stand der Fahrzeugdaten 25.10.2026; die einzelnen Herstellerquellen stehen auf den Modellseiten
  2. ADAC, „Ladekabel fürs Elektroauto: Test und Infos zu Typ 2, CCS und Mode 3“ vom 07.08.2025: adac.de, abgerufen am 25.10.2026
  3. ADAC, „Zu Hause oder öffentlich: Wie und wann lade ich mein Elektroauto am besten auf?“ vom 19.11.2024: adac.de, abgerufen am 25.10.2026
  4. Niederspannungsanschlussverordnung (NAV), § 19: gesetze-im-internet.de, abgerufen am 25.10.2026
  5. Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), § 14a: gesetze-im-internet.de, abgerufen am 25.10.2026
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