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Mopedauto ab 15: Führerschein, Kosten und E-Modelle

Illustration: Kleines Mopedauto in einer Dorfstraße, daneben ein Jugendlicher mit Schlüssel

Kurz gesagt: Ein Mopedauto ist ein leichtes Vierradmobil der EU-Klasse L6e. Es fährt höchstens 45 km/h, hat zwei Sitze und eine geschlossene Kabine. Fahren darfst du es ab 15 mit dem Führerschein der Klasse AM, den jeder Autoführerschein schon enthält.

Ein Mopedauto braucht keine Zulassung, sondern ein Versicherungskennzeichen, und es kostet keine Kfz-Steuer. Die elektrischen Modelle in unserer Datenbank kosten laut Herstellern 7.990 bis 21.199 Euro. Hier liest du, was genau als Mopedauto gilt, welche Regeln für Führerschein, Versicherung und Straße gelten und welche E-Modelle es gibt.

Was ist ein Mopedauto?

„Mopedauto“, „Leichtkraftfahrzeug“ oder „45er“ meinen dasselbe: ein leichtes Vierradmobil der Klasse L6e-B nach der EU-Verordnung 168/2013. Damit ein Fahrzeug in diese Klasse fällt, muss es alle Grenzen einhalten:

Merkmal Grenze für L6e-B
Höchstgeschwindigkeit (bauartbedingt) 45 km/h
Nenndauerleistung des Motors 6 kW
Sitzplätze 2, einschließlich Fahrersitz
Länge / Breite 3,00 m / 1,50 m
Masse in fahrbereitem Zustand 425 kg, bei E-Fahrzeugen ohne Antriebsbatterie
Aufbau geschlossene Kabine, von höchstens drei Seiten zugänglich

Bei der Leistung zählt die Dauerleistung über 30 Minuten, nicht die Spitzenleistung aus der Werbung. Die Akkus werden beim Gewicht nicht mitgezählt, ein E-Mopedauto darf mit Akku also schwerer als 425 kg sein (Art. 5 Abs. 2 der Verordnung).

Schnellere Leichtfahrzeuge bis 90 km/h gehören zur Klasse L7e-C, den schweren Vierradmobilen. Für sie brauchst du den Autoführerschein der Klasse B. Wir führen nur elektrische Modelle.

Führerschein und Alter

Ein Mopedauto fährst du mit Klasse AM (§ 6 Abs. 1 FeV). Das Mindestalter liegt bei 15 Jahren, bis zum 16. Geburtstag gilt der Führerschein nur im Inland (§ 10 Abs. 1 FeV). Wer schon B, A1, A2, A oder T hat, braucht AM nicht extra, denn die Klasse ist darin enthalten (§ 6 Abs. 3 FeV).

Eine Besonderheit: Die praktische Prüfung für AM findet auf einem zweirädrigen Kleinkraftrad statt, auch wenn du nur Mopedauto fahren willst (Anlage 7 FeV). Plane also ein paar Fahrstunden auf dem Roller ein.

Wer mit 17 am Begleiteten Fahren teilnimmt, darf das Mopedauto allein fahren. Die Begleitpflicht gilt nur für die Klassen B und BE, AM gibt es auf Antrag als eigenen Führerschein (§ 48a FeV).

Die neue EU-Führerscheinrichtlinie von 2025 setzt das Mindestalter für AM regulär auf 16, erlaubt den Ländern aber, es auf 14 zu senken. Sie gilt ab 26. November 2029, Deutschland hat sie noch nicht umgesetzt. Die Grenze von 15 Jahren liegt in ihrem Rahmen.

Wie die Führerscheine für alle E-Fahrzeuge zusammenhängen, steht in unserem Ratgeber Welcher Führerschein für E-Roller, E-Motorrad und Mopedauto?

Kennzeichen, Versicherung und Steuer

Ein Mopedauto ist zulassungsfrei (§ 3 Abs. 3 FZV). Es braucht aber eine Typgenehmigung oder Einzelgenehmigung und ein gültiges Versicherungskennzeichen (§ 4 FZV). Die Übereinstimmungsbescheinigung (COC) musst du bei der Fahrt dabeihaben (§ 4 Abs. 5 FZV).

Das Versicherungskennzeichen bekommst du bei einer Kfz-Versicherung (mehr dazu im Ratgeber Versicherungskennzeichen 2027). Es gilt für ein Verkehrsjahr vom 1. März bis Ende Februar (§ 52 Abs. 1 FZV), die Farbe wechselt jedes Jahr: 2026 schwarz, 2027 blau (§ 53 Abs. 1 FZV).

Weil das Mopedauto zulassungsfrei ist, kostet es keine Kfz-Steuer (§ 3 Nr. 1 KraftStG). Zur Hauptuntersuchung muss es auch nicht, denn die Pflicht gilt für zulassungspflichtige und bestimmte kennzeichenpflichtige Fahrzeuge, nicht für Fahrzeuge mit Versicherungskennzeichen (§ 29 Abs. 1 StVZO).

Eine staatliche Kaufprämie gibt es nicht. Die E-Auto-Förderung von 2026 gilt nur für Pkw der Klasse M1.

Beim schweren Vierradmobil L7e ist es anders: Es braucht eine Zulassung mit amtlichem Kennzeichen und muss zur Hauptuntersuchung. Elektrische L7e sind nach § 3d KraftStG zehn Jahre ab Erstzulassung steuerfrei, bei Erstzulassung bis Ende 2030 und längstens bis Ende 2035.

Wo du fahren darfst

Ein Mopedauto fährt auf der Straße wie jedes andere Kraftfahrzeug. Autobahn und Kraftfahrstraße sind nur für Fahrzeuge erlaubt, die bauartbedingt schneller als 60 km/h fahren, für Mopedautos also nie (§ 18 Abs. 1 StVO). Eigene Regeln für Radweg, Busspur oder Parken gibt es für Leichtfahrzeuge nicht.

Einen Helm brauchst du nicht. Die Helmpflicht gilt nur für Krafträder und offene drei- oder mehrrädrige Fahrzeuge über 20 km/h (§ 21a Abs. 2 StVO), ein Mopedauto hat eine geschlossene Kabine. Sind Gurte eingebaut, leg sie an.

Mitnehmen darfst du eine Person, denn es gibt nur zwei Sitzplätze. Für Kinder gelten dieselben Kindersitz-Regeln wie im Auto (§ 21 Abs. 1a und 1b StVO). Hat das Mopedauto keine Gurte, darfst du Kinder unter drei Jahren gar nicht mitnehmen und ältere Kinder unter 150 cm nur auf einem Rücksitz, den ein Zweisitzer nicht hat.

Beispiel: Dein Sohn ist 15 und fährt jeden Tag 9 km zur Schule und zurück, also 18 km. Mit einem Citroën Ami und 75 km Reichweite laut Hersteller reicht eine Akkuladung für etwa vier Schultage. Die Bundesstraße darf er nehmen, die Autobahn nicht.

Elektrische Mopedautos: Preise und Reichweiten

In unserer Datenbank stehen 14 Mopedauto-Modelle mit 33 Ausführungen. Bei 29 Ausführungen nennt der Hersteller einen Preis, von 7.990 bis 21.199 Euro. Die Reichweite liegt laut Hersteller zwischen 75 und 250 km, der Median bei 113 km.

Modell Preis ab Reichweite laut Hersteller Akku Bauart
Citroën Ami 7.990 € 75 km 5,4 kWh Kabine
Opel Rocks 8.190 € 75 km 5,4 kWh Kabine
Fiat Topolino 9.990 € 75 km 5,4 kWh Kabine
Silence S04 L6e 9.990 € 100–162 km 5,6–11,2 kWh Kabine
Aixam Easy Elektro 10.590 € 75–113 km 5,02–7,5 kWh Kleinwagen
Aixam eCity 14.290 € 75–113 km 7,5 kWh Kleinwagen
Ligier JS60 17.199 € k. A. 11,04 kWh Kleinwagen
Aixam eCoupé 17.690 € 113 km k. A. Kleinwagen
Microlino Lite 17.990 € 95–200 km 5,5 kWh Kabine
Ligier JS50 18.499 € k. A. 11,04 kWh Kleinwagen
Aixam eCrossover 18.890 € 113 km k. A. Kleinwagen
Aixam Pro eTruck 20.190 € 113 km 7,44 kWh Nutzfahrzeug
ARI Motors 452 k. A. 120–250 km k. A. Kleinwagen
Ligier Myli MAX k. A. k. A. 11,04 kWh Kleinwagen

Die günstigen Kabinen wie Ami, Rocks und Topolino haben einen kleinen Akku und kommen laut Hersteller 75 km weit. Mehr Reichweite gibt es mit größerem oder zweitem Akku, etwa beim Silence S04 mit zwei Batterien (162 km) oder beim Microlino Lite in der mittleren Reichweite (200 km).

Die Kleinwagen von Aixam und Ligier sehen eher aus wie ein normales Auto und kosten meist deutlich mehr. Mit dem Pro eTruck gibt es auch ein Nutzfahrzeug mit Pritsche oder Kastenaufbau.

Ab 17 oder 18: schwere Vierradmobile bis 90 km/h

Wer den Autoführerschein hat, kann auch ein schweres Vierradmobil der Klasse L7e fahren. Davon haben wir vier Modelle: den Silence S04 L7e (85 km/h, ab 12.990 €), den Microlino (90 km/h, ab 19.490 €), die Microlino Spiaggina (90 km/h, ab 25.990 €) und den ARI Motors 802 (80 km/h). Weil sie schneller als 60 km/h fahren, dürfen sie auf Autobahn und Kraftfahrstraße (§ 18 Abs. 1 StVO).

Häufige Fragen

Welches Auto darf ich mit 15 fahren?

Nur ein leichtes Vierradmobil der Klasse L6e, also ein Mopedauto bis 45 km/h, mit dem Führerschein AM. Ein normales Auto der Klasse B darfst du frühestens mit 17 fahren, und dann nur mit Begleitperson.

Und mit 16?

Am Fahrzeug ändert sich nichts, es bleibt beim Mopedauto. Mit 16 entfällt nur die Auflage, dass du mit AM ausschließlich in Deutschland fahren darfst (§ 10 Abs. 1 FeV).

Darf ich mit dem Mopedauto auf die Autobahn?

Nein. Autobahn und Kraftfahrstraße sind Fahrzeugen vorbehalten, die bauartbedingt schneller als 60 km/h fahren (§ 18 Abs. 1 StVO).

Muss ich für ein Mopedauto Kfz-Steuer zahlen?

Nein. Mopedautos sind zulassungsfrei und deshalb von der Kfz-Steuer befreit (§ 3 Nr. 1 KraftStG). Du zahlst nur die Versicherung für das Versicherungskennzeichen.

Fazit: mit 15 mobil auf vier Rädern

Ein Mopedauto ist die einzige Möglichkeit, schon mit 15 auf vier Rädern und mit Dach über dem Kopf unterwegs zu sein. Es ist langsam, darf nicht auf die Autobahn und hat nur zwei Sitze, dafür sind Steuer und Hauptuntersuchung kein Thema. In unserer Datenbank beginnen die Preise bei 7.990 Euro.

Alle Modelle mit Preis, Reichweite und Datenblatt findest du in unserer Übersicht Leichtfahrzeuge. Bis zu vier davon stellst du im Vergleich nebeneinander.

Quellen

  1. stromspur.de, eigene Auswertung der Herstellerangaben zu 18 Leichtfahrzeug-Modellen (14 × L6e, 4 × L7e), Stand der Fahrzeugdaten 25.10.2026; die einzelnen Herstellerquellen stehen auf den Modellseiten
  2. Verordnung (EU) Nr. 168/2013, Art. 3 Nr. 35, Art. 4 Abs. 2, Art. 5, Anhang I (konsolidierte Fassung vom 27.11.2024): eur-lex.europa.eu; deutscher Wortlaut von Anhang I auch in StVZO Anlage XXIX: gesetze-im-internet.de, abgerufen am 23.10.2026
  3. Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV), §§ 6, 10, 48a und Anlage 7: gesetze-im-internet.de, abgerufen am 23.10.2026
  4. Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV), §§ 2, 3, 4, 52, 53: gesetze-im-internet.de, abgerufen am 23.10.2026
  5. Kraftfahrzeugsteuergesetz (KraftStG), §§ 3 und 3d: gesetze-im-internet.de, abgerufen am 23.10.2026
  6. Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), §§ 18, 21, 21a, und Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), § 29: gesetze-im-internet.de/stvo_2013, gesetze-im-internet.de/stvzo_2012, abgerufen am 23.10.2026
  7. Richtlinie (EU) 2025/2205 über den Führerschein, Art. 7 und 29: eur-lex.europa.eu, abgerufen am 23.10.2026
  8. Bundesumweltministerium, Richtlinie zur E-Auto-Förderung vom 19.05.2026: bundesumweltministerium.de, abgerufen am 23.10.2026
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