Kurz gesagt: Prüf vor dem Kauf eines E-Autos zuerst, wo und wie schnell du laden kannst. Danach zählen die Reichweite mit Reserve für den Winter, die Ladeleistung für lange Strecken und die Ausstattung, die den Alltag leichter macht, etwa eine Wärmepumpe. Förderung, Steuerbefreiung und THG-Prämie senken die Kosten, wenn du die Bedingungen erfüllst.
Diese Checkliste geht die Punkte der Reihe nach durch. Die Zahlen stammen aus unserem Katalog mit 83 E-Auto-Modellen und 241 Ausführungen, jeder Wert mit Quelle beim Hersteller. Preise nennen wir hier bewusst nicht: Sie stehen auf den Modellseiten zusammen mit den Pflichtangaben zu Verbrauch und CO₂.
1. Wo lädst du?
Die wichtigste Frage stellst du dir vor dem Autohaus: Wo steht das Auto nachts? Mit eigener Garage oder eigenem Stellplatz lädst du an einer Wallbox oder notfalls an der Haushaltssteckdose. Mieter und Wohnungseigentümer haben einen Anspruch darauf, dass sie eine Ladestation einbauen dürfen. Was dabei zu beachten ist, steht im Ratgeber Wallbox zu Hause.
Ohne eigenen Stellplatz lädst du an öffentlichen Säulen oder beim Arbeitgeber. Prüf vor dem Kauf, wie viele Ladepunkte es in deiner Nähe gibt und was sie kosten. Was eine Ladung je 100 km kostet, rechnest du im Ladekosten-Rechner mit deinem Strompreis aus. Wie du dort mit Ladekarte, App oder ad hoc bezahlst, erklärt der Ratgeber Ladekarte fürs E-Auto.
2. Reichweite: WLTP richtig einordnen
Für E-Autos gilt der genormte Prüfzyklus WLTP, die Werte sind deshalb zwischen Modellen vergleichbar. Die Modelle in unserem Katalog kommen nach WLTP zwischen 250 und 805 km weit. Am weitesten fährt der BMW iX3 mit bis zu 805 km.
Im Alltag liegt die Reichweite unter dem WLTP-Wert, vor allem bei Kälte, hohem Tempo und kurzen Strecken. Plane deshalb mit Reserve: Reicht dir das Auto nur knapp für deinen längsten regelmäßigen Weg, wird es im Winter eng.
3. Verbrauch: Was das Auto aus dem Akku macht
Der Stromverbrauch nach WLTP liegt in unserem Katalog zwischen 12,8 und 21,9 kWh je 100 km, im Mittel bei 16,1 kWh. Kleine, flache Autos brauchen weniger, große und schwere mehr. Der Verbrauch bestimmt deine Ladekosten und, zusammen mit der Akkugröße, die Reichweite.
Ein Tipp für den Vergleich: Achte auf die Ausführung. Innerhalb eines Modells unterscheidet sich der Verbrauch je nach Antrieb, Akku und Ausstattung. Auf jeder Modellseite stehen die Werte je Ausführung.
4. Laden unterwegs: Leistung und Ladezeit
Auf langen Strecken entscheidet das Schnellladen mit Gleichstrom. Die maximale Ladeleistung liegt in unserem Katalog zwischen 45 und 525 kW, im Mittel bei 150 kW. Aussagekräftiger ist die Zeit von 10 auf 80 %: laut Herstellern 12 bis 39 Minuten, im Mittel 27 Minuten. Am schnellsten ist der XPENG G6 mit 12 Minuten.
Zu Hause und an normalen Säulen lädst du mit Wechselstrom. 151 der 167 Ausführungen mit Angabe laden so mit 11 kW, einige mit 22 kW. Welches Kabel du dafür brauchst, erklärt der Ratgeber Ladekabel fürs E-Auto.
5. Ausstattung, die im Alltag zählt
- Wärmepumpe: Sie heizt den Innenraum sparsamer und hilft im Winter bei der Reichweite. Bei 32 Modellen ist sie laut Hersteller serienmäßig an Bord, bei den übrigen ist sie Sonderausstattung oder nicht angegeben.
- Strom abgeben: 39 Modelle können laut Hersteller serienmäßig Strom abgeben, die meisten nur an Geräte (V2L). Was das bringt, steht im Ratgeber Bidirektionales Laden.
- Anhängerkupplung: Für 62 Modelle nennen die Hersteller eine Anhängelast, bis 2.500 kg. Der Ratgeber E-Auto mit Anhängerkupplung zeigt, was dein Führerschein dabei erlaubt.
- Kofferraum: 185 bis 1.330 Liter laut Herstellern, im Mittel 463 Liter.
6. Akku-Garantie
Der Akku ist das teuerste Bauteil. Viele Hersteller geben auf ihn eine eigene Garantie. Für 31 Modelle in unserem Katalog nennen die Hersteller dazu Werte, alle 8 Jahre oder 160.000 km. Lies die Bedingungen genau, vor allem welche Restkapazität der Hersteller zusichert.
7. Kosten senken: Steuer, Förderung, THG-Prämie
Kfz-Steuer: Reine E-Autos, die bis Ende 2030 erstmals zugelassen werden, sind zehn Jahre lang steuerfrei, längstens bis Ende 2035 (§ 3d KraftStG). Danach zahlst du die Hälfte der Steuer nach dem Gewicht.
Förderung: Seit 2026 gibt es wieder eine Förderung des Bundes für Haushalte bis zu einer Einkommensgrenze. Den Antrag stellst du erst nach der Zulassung. Wer sie bekommt, wie viel es gibt und wie der Antrag läuft, steht im Ratgeber E-Auto-Förderung 2026.
THG-Prämie: Als Halter eines reinen E-Autos kannst du dir jedes Jahr die eingesparten Treibhausgase vergüten lassen. Wie das geht, erklärt der Ratgeber THG-Prämie.
8. Führerschein und Fahranfänger
Für E-Autos brauchst du Klasse B. Sie gilt bis 3.500 kg zulässige Gesamtmasse, schwerere Pkw brauchen Klasse C1 (§ 6 Abs. 1 FeV). Alle Ausführungen in unserem Katalog mit Angabe liegen darunter, die schwerste bei 3.160 kg. Mit 17 darfst du nur in Begleitung und nur in Deutschland fahren (§ 48a FeV).
Checkliste zum Abhaken
- Wo lädst du nachts, und wo unterwegs?
- Reicht die WLTP-Reichweite mit Reserve für deinen längsten regelmäßigen Weg, auch im Winter?
- Wie lange dauert das Laden von 10 auf 80 %, wenn du oft lange Strecken fährst?
- Hat die Ausführung eine Wärmepumpe, und brauchst du eine Anhängelast?
- Welche Akku-Garantie gibt der Hersteller, und mit welcher Mindestkapazität?
- Erfüllst du die Bedingungen der Förderung, und beantragst du sie nach der Zulassung?
- Hast du an Steuerbefreiung und THG-Prämie gedacht?
Passende Modelle findest du im E-Auto-Katalog mit Filter nach Reichweite, Verbrauch und Ladeleistung. Bis zu vier Modelle stellst du im Vergleich nebeneinander.
Häufige Fragen
Wie viel Reichweite brauche ich?
So viel, dass dein längster regelmäßiger Weg auch im Winter mit Reserve klappt. Für lange Strecken zählt außerdem, wie schnell das Auto nachlädt.
Muss ich für ein E-Auto Kfz-Steuer zahlen?
Bei Erstzulassung bis Ende 2030 zehn Jahre lang nicht, längstens bis Ende 2035 (§ 3d KraftStG). Danach zahlst du die Hälfte der Steuer nach Gewicht.
Gibt es 2026 eine Förderung für E-Autos?
Ja, für Privatpersonen bis zu einer Einkommensgrenze. Den Antrag stellst du nach der Zulassung. Details im Ratgeber E-Auto-Förderung 2026.
Reicht der Autoführerschein für jedes E-Auto?
Klasse B gilt bis 3.500 kg zulässige Gesamtmasse. Alle Modelle in unserem Katalog liegen darunter.
Fazit: Erst das Laden, dann das Auto
Ein E-Auto passt, wenn das Laden in deinen Alltag passt. Kläre deshalb zuerst den Stellplatz und die Säulen in deiner Nähe, dann die Reichweite mit Winterreserve. Erst danach lohnt der Blick auf Ausstattung und Preis, und am Ende auf Förderung, Steuer und THG-Prämie.
Quellen
- stromspur.de, eigene Auswertung der Herstellerangaben zu 83 E-Auto-Modellen (241 Ausführungen), Stand der Fahrzeugdaten 25.10.2026; die einzelnen Herstellerquellen stehen auf den Modellseiten
- Kraftfahrzeugsteuergesetz (KraftStG), §§ 3d, 9: gesetze-im-internet.de, abgerufen am 23.10.2026
- Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV), §§ 6, 10, 48a: gesetze-im-internet.de, abgerufen am 23.10.2026
- Bundesumweltministerium, Förderrichtlinie E-Auto vom 19.05.2026: bundesumweltministerium.de, abgerufen am 23.10.2026
- 38. Bundes-Immissionsschutzverordnung (38. BImSchV), § 7: gesetze-im-internet.de, abgerufen am 23.10.2026
